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Shell Layer

HARDSHELL

Als Hardshells werden Funktionsjacken bezeichnet, die mit einer Membran oder Beschichtung ausgestattet sind, die sie wasserdicht und gleichzeitig atmungsaktiv machen. Bevor es moderne Membran- bzw. Beschichtungstechnologien gab, waren Kleidungsstücke entweder wasserdicht oder atmungsaktiv. Damit eine Jacke diese beiden Eigenschaften hat, wird sie aus mehreren Lagen aufgebaut. Auf der Außenseite befindet sich der sogenannte Oberstoff, im Inneren der Jacke ist ein Innenfutter verarbeitet. Je nach Art der Hardshell befindet sich zwischen Außen- und Innenleben der Jacke eine Beschichtung oder eine Membran.

Der Oberstoff eines Hardshells ist meist aus Polyamid -(Nylon) oder Polyestermaterial. Nylon und Polyester nehmen kaum Wasser auf, das heißt sie saugen sich nicht voll wie z. B. Baumwolle oder Leinen. Wasserdicht sind sie allerdings nicht, sondern nur wasserabweisend. Damit die Jacke wasserdicht wird, muss eine zusätzliche Membran oder Beschichtung aufgebracht werden. Zudem wird das Außenmaterial meist noch wasserabweisend ausgerüstet. Der Oberstoff schützt die Lage unter ihm vor Verschmutzung, Abrieb und UV-Strahlung. Je nach Qualität des Stoffs macht er die Jacke zudem reißfest, robust und stretchfähig.

Membran und Beschichtung

Damit der Oberstoff wasserdicht und atmungsaktiv wird, muss er mit einer zusätzlichen Lage versehen werden. Diese Lage ist entweder eine Beschichtung oder eine feine Kunststoff-Folie (Membran).

Coating

BESCHICHTUNG

 

Ein Oberstoff wird mit einer Beschichtung (englisch: coating) ausgestattet, indem ein durch Lösungsmittel verflüssigter Kunststoff in mehreren Schichten aufgetragen wird.

 

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MEMBRAN

 

Eine Membran im Bekleidungsbereich ist eine halbdurchlässige (semipermeable), ultradünne Trennschicht, die entweder durch eine Beschichtung oder Lamination auf ein Textil aufgebracht wird.

 

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Imprägnierung – aber umweltfreundlich

Outdoor-Produkte sind auch wegen ihrer Wasser- und Schmutzabweisung so beliebt. Diese Funktionalität wird mit Hilfe von chemischen Substanzen erreicht: Bei der Herstellung des textilen Materials auf die Oberfläche aufgebracht sorgen sie dafür, dass Wasser und Schmutz von den Produkten „abperlt“. Durch diese sogenannte Durable Water Repellency (DWR) werden textile Oberflächen dauerhaft imprägniert. Ohne diese Behandlung würde sich der Oberstoff schneller mit Regenwasser vollsaugen, was für den Benutzer trotz wasserdichter Membran zu einem klammen, feuchten Gefühl beim Tragen führen kann.

Bis vor einiger Zeit wurden als DWR hauptsächlich Poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC oder auch Fluorcarbone) eingesetzt.
PFC sind seit langem als kritisches Thema bei Outdoor-Produkten bekannt. Nicht zuletzt durch die „Detox“-Kampagne der Umweltschutzorganisation Greenpeace wird ihre Verwendung auch in der Öffentlichkeit heiß diskutiert.

VAUDE hat sich freiwillig dazu verpflichtet, die gesamte Kollektion bis spätestens 2020 vollständig PFC-frei herzustellen. Alle wasserabweisenden VAUDE-Bekleidungsteile sind PFC-frei ausgerüstet und mit dem Eco-Finish Symbol gekennzeichnet. Wasserdichte Bekleidung wird Schritt für Schritt umgestellt. Die Herausforderung für uns als Hersteller dabei ist, die richtige
Balance zwischen „Performance“ und „Ecology“ zu finden. Entscheidend dabei ist auch das Bewusstsein unserer Kunden: Wie weit ist jeder einzelne von uns dazu bereit, auf gewohnte Produkt-Eigenschaften zugunsten der Umwelt zu verzichten?

Wichtig ist, dass jeder Kunde mit Hilfe kompetenter Beratung das richtige Produkt mit der angemessenen Funktionalität für
seinen jeweiligen Einsatzzweck auswählt.

 

 

C6, C8 und was es sonst noch so gibt…

Die am stärksten kritisierte Substanz unter den PFC heißt PFOA (Perfluoroktansäure). Dieser Stoff kommt in der Natur nicht vor, wurde aber selbst in der Antarktis bereits nachgewiesen. PFOA entsteht im Herstellungsprozess der sogenannten C8-DWR-Technologie. Die „8“ steht dabei für acht Kohlenstoffatome. Man geht davon aus, dass sich auch ein wichtiger Rohstoff für die C8-Herstellung, die sogenannten Fluortelomeralkohole (FTOH), in der Umwelt zu PFOA abbauen. Deshalb gilt PFOA gilt als besonders gefährliche „PBT-Substanz“:

P = Persistent: baut sich nicht ab.
B = Bioakkumulativ: reichert sich im Körper an.
T = Toxisch: ist giftig.

Für Perfluoroktansäure (PFOA) gibt es bisher keinen gesetzlichen Grenzwert (Ausnahme: Norwegen seit Juni 2014). Der bluesign Standard verbietet den Einsatz von PFOA und gibt sehr strenge Grenzwerte für Spurenverunreinigungen vor, die im fertigen Produkt nachgewiesen werden können. Als eine umweltfreundlichere Alternative zu C8-DWR gilt die sogenannte C6-DWR. Sie enthält nur sechs Kohlenstoffatome und kann kein PFOA bilden. Allerdings verbreitet sich die C6-Chemie noch schneller als C8 über die globalen Wasserwege und lässt sich beispielsweise aus Trinkwasser schwieriger herausfiltern. Für VAUDE ist C6 daher nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zum vollständigen Ausstieg aus PFC bis spätestens 2020.

 

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