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EINFLUSSFAKTOREN

Physikalisch

Durch Wärmeleitung Richtung Boden geht die meiste Energie im Schlafsack verloren. Der Schläfer komprimiert mit seinem Körpergewicht die Wattierung auf der Schlafsack-Unterseite und vermindert somit seine Wärmeleistung erheblich. Eine gute, wärmeisolierende Matte ist deshalb sehr wichtig.

Wärmeströmung (Konvektion)

Hier wandert Energie von Bereichen mit höherer Temperatur zu Bereichen mit niedrigerer Temperatur. Je mehr Platz, also mit Luft gefüllter Raum, im Innneren des Schlafsackes ist, desto größer ist der Kälteaustausch.

Atmung

Bei kalten Temperaturen verliert der Körper Wärme und Flüssigkeit durch die Atmung. Abstrahlung von Wärme an die Umgebung. Wind verstärkt diesen Effekt nochmals. Der Schlafplatz sollte möglichst an einem windgeschützten Ort gewählt werden.

Verdampfung

Zur Thermoregulation beginnt der menschliche Körper zu schwitzen. Das ist ein nützliches Kühlsystem, allerdings nur, wenn der Schweiß auch tatsächlich verdampfen kann. Ein Schlafsack mit mangelnder Atmungsaktivität leitet den Schweiß nur schwer nach außen ab, wir verspüren nach kurzer Zeit ein Kältegefühl und der Schlafsack verliert seine Wärmeleistung. Die Reduktion des Kälteschutzes ist bei Daunenschlafsäcken sehr groß, bei Synthetikschlafsäcken fällt der Effekt geringer aus.

Physiologisch

Ein Schlafsack kann selbst keine Wärme erzeugen, sondern lediglich die Wärme seines Benutzers speichern. Deshalb hängt das Wärmeempfinden stark von den physiologischen Voraussetzungen ab: Die metabolische Wärmeproduktion unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und hängt hauptsächlich vom Körpergewicht ab. So produziert eine schlafende Person mit 50 kg in etwa 60 Watt, eine Person mit 110 kg produziert etwa 100  Watt (vgl. EN 13537). Je mehr Watt-Leistung eine Person erbringen kann, desto schneller kann sie den Schlafsack auf Komfort Termperatur bringen.

Menschen mit höherem Körperfettanteil haben mehr Reserven für die Energiegewinnung. Dadurch wird Ihnen bei ausdauernden Belastungen weniger schnell kalt. Menschen mit viel Muskelmasse produzieren ebenfalls mehr Wärme und kühlen nicht so schnell aus. Schlanke Menschen nehmen meist so viel Nahrung zu sich, wie sie verbrennen. Bei ausdauernden Belastungen wird es schwierig, den Energiebedarf ausreichend zu decken. Sie frieren somit schneller.

 

Geschlecht

Frauen frieren im Allgemeinen schneller als Männer. Nach EN 13537 ist der durchschnittliche Komfortbereich bei Frauen um 5 °C wärmer als bei Männern. Dies liegt vor allem am höheren, natürlichen Fettanteil im Vergleich zu Muskeln und somit an den metabolischen Werten: Für annähernd gleiche Körperfläche wird durch geringeres Gewicht weniger Energie produziert.

Alter

Mit zunehmendem Alter nimmt die Stoffwechselrate ab. Je geringer die Rate, desto weniger Wärme produziert die Person. Ebenso schwindet die Muskelmasse und wichtige Energielieferanten gehen verloren.

Trainingszustand

Gut trainierte Menschen, die sich viel im Freien aufhalten, sind besser an Kälte gewöhnt, zudem produziert ein erschöpfter Organismus weniger Wärme.

Erfahrung

Erfahrene Personen können ihre Komforttemperatur besser einschätzen, bzw. sich durch ihre Kleidung präziser an die Umgebung anpassen.

Energiezufuhr/ -verbrauch vor Nutzung des Schlafsacks

Die Energieleistung wird beeinflusst von den Tätigkeiten und der Energiezufuhr über den Tag. Ein Wanderer, der ein üppiges und warmes Abendessen hatte, wird weniger schnell frieren als ein Bergsteiger nach langer Klettertour und einem kleinen, kalten Abendessen. Grundsätzlich sollte die Energiezufuhr der Tagesleistung angeglichen sein, um ein ausgeglichenes Temperaturempfinden über Nacht zu haben.